Nachhaltigkeit hat für uns in Hessen eine ökologische, eine soziale und eine ökonomische Dimension. Es gilt, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu sichern ohne künftige Generationen zu gefährden und dabei die Grenzen der Belastbarkeit unserer Erde sowie die Endlichkeit natürlicher Ressourcen zu beachten.
Die Komplexität dieser Herausforderungen verlangt neue Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen
ist daher kein vorbestimmter Plan der Landesregierung. Sie baut vielmehr auf das Engagement und die aktive Beteiligung Aller. Akteure aus Unternehmen, Bildung, Umwelt- und Naturschutz, Gewerkschaften, Kirchen, Sozialverbänden, Vereinen und Kommunen sowie alle Ministerien und Fraktionen des Landtages sind zur aktiven Mitarbeit aufgerufen.
Für das Innenministerium bedeutet dies zum Beispiel, mit allen genannten Gruppen gemeinsam für die Arbeit im Brand- und Katastrophenschutz zu werben. Immerhin ist das System des ehrenamtlichen flächendeckenden Brandschutzes
in den deutschsprachigen Ländern einmalig in der Welt. Es ist aber durch gesellschaftliche Umwälzungen und den demographischen Wandel beeinflusst. Fakt ist schon heute: Es machen immer weniger Menschen mit. Diese Entwicklung nehmen wir nicht hin, sondern stemmen uns schon jetzt mit vielfältigen Projekten dagegen. Dazu gehört eine Kampagne für die Feuerwehren, die mit dem Schwerpunkt der Mitgliederwerbung seit nunmehr 12 Jahren läuft. Außerdem zeichnen wir monatlich Feuerwehren für besonders einfallsreiche und engagierte Projekte zur Mitgliederwerbung
aus, wir unterstützen die Feuerwehren bei diesen Anstrengungen zudem mit einem Ehrenamtsberater, der mit Ideen und Konzepten hilft.
Aber natürlich arbeiten wir nicht nur auf dem Gebiet der Ehrenamtsförderung
im Brandschutz nachhaltig. Die Landesregierung hilft den Sportvereinen durch gezielte Förderungen, sich den aktuellen Bedürfnissen der Menschen anzupassen, weil Sport der wichtigste Motor für eine nachhaltige Integration ist. Als besondere Maßnahmen fördern wir die Projekte START Sport überspringt kulturelle Hürden
und "Ballance 2006 "
. Das mit dem Hessischen Integrationspreis ausgezeichnete Projekt START hat vor allem mit der Übungsleiterausbildung Breitensport für Frauen mit Migrationshintergrund neue Maßstäbe gesetzt. Frauen und Mädchen mit Zuwanderungsbiographien konnten stärker in das soziale Leben in Hessen eingebunden werden. Sie wurden an den organisierten Sport herangeführt, ihre Teilhabe an Mitbestimmungsprozessen im Sport und ihre persönliche sportliche Aktivität konnte verbessert werden.
Ein weiteres wichtiges Ziel hessischer Sportförderung ist es, für alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen einen Anreiz zu aktiver sportlicher Betätigung zu schaffen. Eine Voraussetzung dafür ist ein vielfältiges Angebot an Sportstätten. Zusätzlich zum bisherigen Bauprogramm werden mit dem Sonderinvestitionsprogramm Sport
insgesamt 15 Mio. in den Neubau sowie die Sanierung von Sportstätten in Hessen investiert. Darüberhinaus haben wir mit dem Hallenbad-Investitionsprogramm HAI
weitere 50 Millionen Euro für die Jahre 2008 bis 2012 für die Sanierung und den Neubau von Hallenbädern zur Verfügung gestellt. Hiermit soll der dringend notwendige Sanierungsbedarf in diesem Bereich weitgehend befriedigt und die Voraussetzungen geschaffen werden, der steigenden Anzahl von Nicht-Schwimmern - insbesondere im Kindesalter - entgegenwirken zu können.
Nicht zuletzt lassen sie mich als ein gelungenes Beispiel aktiver und nachhaltiger Integrationsarbeit die 13 Ausländerbeauftragten bei der Hessischen Polizei nennen sowie die zahlreichen Formen der Kriminalprävention, die wir der Bevölkerungen anbieten. Ein herausragendes Projekt ist in diesem Zusammenhang der Freiwillige Polizeidienst
. Dort setzen sich Ehrenamtliche für die Sicherheit der Bevölkerung in aller Regel ihrer eigenen Nachbarn ein. Der Freiwillige Polizeidienst vereint daher zwei wichtige Aspekte nachhaltiger Politik: Zum einen die Gewährleistung von Sicherheit und die Vermittlung eines hohen Sicherheitsgefühls und zum anderen die Einbindung und Förderung bürgerschaftlichen Engagements.
Darüber hinaus kennzeichnet eine verstärkte Präventionsarbeit die Arbeit der Polizei. Das lässt sich am Netzwerk gegen Gewalt
ebenso festmachen wie an zahlreiche regionalen Präventionsprojekten, die, wie etwa PIT - Prävention im Team oder SMOG - Schule machen ohne Gewalt, jetzt landesweit eingesetzt werden. Im Bereich der Wohnraumsicherheit wurde das Gütesiegel Sicher Wohnen in Hessen ins Leben gerufen. Insgesamt gehört Prävention zu den wichtigsten polizeilichen und gesamtgesellschaftlichen Aufgaben, weil eine wirksame Kriminalitätsvorbeugung der der beste Opferschutz ist. Die hessische Polizei hat durch ihre hervorragende Arbeit die Aufklärungsquote von 47,5 Prozent im Jahr 1999 auf 55,9 Prozent im Jahr 2007 gesteigert einer der stärksten Anstiege im Vergleich der Bundesländer.
All diese Anstrengungen setzen wir fort und entwickeln neue Strategien für ein sicheres Zusammenleben in Hessen.